Zum Artikel über Vitamin B Mangel aus der Ärztezeitung vom 31.10.2011.
B-Vitamine unterstützen auch die Therapie der Depression
Zahlreiche Studien zeigen, dass depressive bzw. affektive Störungen mit erhöhten Homocystein- und niedrigen Vitaminspiegeln einhergehen. Bei Patienten mit therapierefraktärer Depression findet man sehr häufig hohe Homocysteinspiegel.
Hyperhomocysteinämie, Störungen des Methylierungsstoffwechsels und der Neurotransmitterbiosynthese infolge des Mangels an Folsäure, Vitamin B12 und B6 sind mit der Pathogenese der Depression und dem Erfolg der Psychopharmakotherapie assoziiert. „Es gilt als gesichert“, sagte Dr. Helge Frieling, Universitätsklinikum Erlangen, „dass Folsäuremangel ein unabhängiger Faktor für mangelndes Ansprechen auf Antidepressiva ist.“ Nach Substitution sprechen Patienten mit Depression auf Antidepressiva besser an.
Quelle: Ärztliche Praxis, Ausgabe: Dezember 2008
Bei der Parkinson-Erkrankung B-Vitamine empfehlen
PD Dr. Stefan Lorenzl, LMU München-Großhadern, sprach sich dafür aus, bei Patienten mit neurodegenerativen Erkrankungen an das erhöhte Risiko für B-Vitaminmangel zu denken und Homocystein und Methylmalonsäure zu bestimmen.
Bei M. Parkinson empfiehlt er den Patienten, B-Vitamine zu supplementieren, denn etwa ein Drittel hat bereits bei der Diagnose, also bevor die Therapie einsetzt, einen erhöhten Homocystein-Spiegel.
Im Parkinson-Tiermodell verstärkt sich der Nervenzell-Untergang der Substantia nigra wenn man den Tieren Homocystein infundiert und bei Parkinson-Patienten sind hohe Homocysteinspiegel mit einem erhöhtem Risiko für Depression, Demenz und Schlaganfall assoziiert.
Die Therapie mit L-Dopa kann die Homocysteinspiegel noch zusätzlich erhöhen, denn beim Abbau von L-Dopa zu Methyldopa mit dem Enzym Catechol-O-Methyltransferase (COMT) Wird die Methylgruppe von S-Adenosyl-Methionin verwendet und es entsteht zunächst
S-Adenosyl-Homocystein und daraus Homocystein.
Bei hohen L-Dopa-Dosen empfiehlt es sich, einen Liquor-gängigen COMT-Hemmer wie Tolcapon zu verwenden, denn für diesen Wirkstoff ist eine Senkung des Homocysteinspiegels nachgewiesen.
Quelle: Ärztliche Praxis, Ausgabe: Dezember 2008





